Grippe & Fieber

Fiebertee

Rp.

Holunderblüten 30g

Lindenblüten 20g

M.desüssblüten 30g

Kamillenblüten 10g

Pomeranzenschale 10g

D.S. 1-1.5 TL pro 250ml Wasser, Infus, 5-10 Minuten ziehen lassen. 3-5 Mal täglich eine Tasse

oder

Rp.

Holunderblüten 30g

Lindenblüten 30g

M.desüssblüten 20g

Hagebuttenfrüchte 20g

D.S. 1-1.5 TL pro 250ml Wasser, Infus, 5-10 Minuten ziehen lassen. 3-5 Mal täglich eine Tasse

Wickel, Waschungen und Socken

Wegen ihrer grossen Reaktionsfreudigkeit reagieren Kinder gut auf den Einsatz pflanzlicher Heilmittel. Im Fieberanstieg mit Frösteln und Kälte, wird normalerweise die Temperatur nicht durch äusserliche Anwendungen gesenkt. Ab 39-40°C Fieber kann mit Waschungen und Wickeln begonnen werden.

 

  • PULSWICKEL

Die Pulswickel werden an Fuss- oder Handgelenken mit Arnikatinktur oder Zitronensaft durchgeführt. 1 EL Arnikatinktur oder Zitronensaft mit 1L heissemWasser mischen, Gazetücher aufrollen und in die Flüssigkeit tauchen, auswringen und auf die Pulsstellen auflegen und mit einem Wolltuch befestigen. Die Pulswickel können alle 10 Minuten erneuert werden.

 

  • ABWASCHUNGEN

Abwaschungen sind ein einfaches Mittel zur Stimulierung der Abwehrkräfte und des Kreislaufs. Bei der Kaltwaschung wird mehrmals täglich ein grobes Frottiertuch in kühles Wasser getaucht. Das Wasser sollte nur ca. 2, 3 Grad unter der Körpertemperatur liegen - also nicht ganz kalt! Das Tuch wird

ausgepresst und Hände, Arme, Füsse, dann Brust, Bauch, Rücken immer in Richtung Herz gewaschen. Ohne Abzutrocknen das Kind anziehen und gut zudecken. Oft schläft das Kind danach schnell ein.

> Bei hohem Fieber und Unruhe die Waschung mit 1 EL frisch gepressten Zitronensaft oder 1 EL Obstessig auf 1L Wasser durchführen.

> Bei Einschlafstörungen oder abendlicher Unruhe ist das Lavendelwasser eine

hilfreiche Anwendung: 1 EL Lavendelbademilch (z.B. Weleda) auf 1L Wasser.

> Bei Abwehrschwäche, Infektanfälligkeit, Kopf- und Gliederschmerzen im Rahmen eines grippalen Infektes sowie zur morgendlichen Kreislaufanregung kann die Waschung mit 1 TL Rosmarinbademilch (Weleda) auf 1L Wasser helfen.

 

  • ESSIGSOCKEN

Wollene Kindersocken in 1L Wasser, ebenfalls nur etwas kühler als die Fiebertemperatur und nicht kalt, mit 1-2 EL Essig tauchen. Die Socken leicht auswringen und bis zu den Waden hochziehen. Anschliessend trockene Socken darüber ziehen und 30 Minuten belassen. Nachdem die Socken

wieder ausziehen und die Füsse unter die warme Bettdecke legen und nach einer Stunde wiederholen.

 

  • ZWIEBELSOCKEN

2-3 Zwiebeln in Scheiben schneiden, in 2 Taschentücher wickeln und die Päckchen mit je einer Mullbinde unter die Füsse binden, warme Wollsocken darüber ziehen, Bettruhe halten. Die ätherischen Öle werden über die Haut aufgenommen und wirken entzündungshemmend.

  • BRUSTWICKEL

Ergänzend zu einer inneren Therapie sind Brustwickel besonders hilfreich wenn Fieber besteht. Wickel wirken dem "Nach-Innen-Schlagen" des Krankheitsgeschehens entgegen, indem sie die Krankheitsprozesse auf die Hautoberfläche ableiten. Das Innentuch aus Baumwolle oder Leine (z.B.

Stoffwindel, Geschirrhandtuch) faltenfrei und eng anlegen. Den Wickelzusatz je nach Krankheitssituation wählen. Mit einem äusseren Wolltuch, das etwas breiter sein sollte, das Innere gut befestigen. Quark und Zitrone wirken abschwellend und leiten Entzündungsstoffe auf die

Haut ab. Diese Wickel sind bei krampfartigem, zähschleimigen Reizhusten und fieberhaften Grippehusten geeignet.

Bienenwachsauflagen sind eine Wärmeanwendung. Sie können mit einer Bettflasche erwärmt werden und wirken leicht schleimlösend, beruhigend und reizlindernd.

 

  • WADENWICKEL

Wenn das Fieber sehr hoch ist, Unruhe und Verwirrtheit besteht, kann die Wärme mit Wadenwickel abgeleitet werden. Um nicht ungewollt die entgegengesetzte Wirkung zu erreichen sind einige Dinge zu beachten. Wie bereits erklärt, friert das Kind während des Fieberanstiegs. Das Kind verlangt in dieser Zeit nach wärmerer Kleidung oder Decken. Die Beine sind kalt und es besteht Schüttelfrost. Dies kann man mit zusätzlicher Wärme von aussen unterstützen. Hier sind die warmen Wadenwickel angesagt. In dieser Phase laufen die kalten Anwendungen den körpereigenen Bemühungen zuwider. Hat der Organismus genug Wärme erzeugt und das Fieber ist auf dem Höhepunkt angekommen, wird das heisse Blut in die Körperoberfläche, Arme und Beine, geleitet. Dies wird auf Abbildung 7 und 8 sehr schön gezeigt. Zur

Unterstützung dieser Phase können an den gut durchwärmten Beinen nun kühle Wadenwickel angewendet werden. Als erstes Unterlage als Nässeschutz bereitlegen, dann kühl-/warm-nasse Innentücher eng um die Waden wickeln, trockene Zwischentücher darüber wickeln und mit wollenen Aussentüchern oder einer Wolldecke abschliessen.

Sobald die Wickel warm werden, müssen sie erneuert werden. Dazu die Innentücher kräftig auswaschen bevor sie wieder an die Unterschenkel gewickelt werden. Zum Schluss gut abtrocknen und nachruhen. Wenn das Kind fröstelt die Anwendung abbrechen. Ausserdem kann mit Kräutertees der Stoffwechsel und die Ausscheidung angeregt werden.

Wann wird Fieber Gefährlich?

 

Obwohl Fieber als wichtigste und effizienteste Abwehrstrategie des Organismus gesehen wird, kann es mit so exzessiven Wärmeprozessen ablaufen, dass dadurch die Energiereserven des Organismus derart erschöpft werden, dass eine Notfallsituation eintritt. Steigt die Temperatur höher als 42°C

kann dies lebensbedrohlich sein, da lebenswichtige Eiweisse ab dieser Temperatur zerstört werden.

Es treten aber immer wieder Krankheitssituationen auf, die eindeutig die Reduzierung der Wärmeprozesse durch Antibiotika, Kortikoide und andere

Antiphlogistika notwendig machen, auch in dem Bewusstsein, dass dies nicht zur Heilung führt, sondern nur die "Spitze des Eisberges" nimmt. Die Heilung muss der Organismus in jedem Fall mit seinen eigenen Strategien bewältigen.

Beispiele: akute Pneumonie (Lungenentzündung), Meningitis/Enzephalitis (Hirnhaut-/Hirnentzündung), Nephritis (Nierenentzündung), Peritonitis (Bauchfellentzündung), Sepsis (Blutvergiftung).

Weitere Tipps und Tricks bei Fieber

 

  • HOMÖOPATHIE

hohes Fieber (über 39°C)

Plötzliches Auftreten

KEIN Schweiss

Kind möchte nicht allein sein

Grosse Unruhe, Angst

Wirft sich im Bett hin und her

Durst, verlangt nach kalten Getränken

Fühlt sich besser in kühler Luft als im warmen Raum

Eine Wange blass, andere gerötet

> Aconitum C30

hohes Fieber (über 39°C)

Plötzliches Auftreten

Mit Schweiss

Gerötetes Gesicht

Heisser Kopf, kalte Hände und Füsse

Halluzinationen, fantasiert

Möchte allein sein, gereizt

Verlangt nach Wärme

Kein Durst

Glänzende Augen, grosse Pupillen

> Belladonna C30

Fieber mässig hoch (max. 38,5°C)

Langsames erscheinen der Symptome

Gerötete Wangen

Erschöpfung

Unruhiger Schlaf

Verlangt nach kalten Anwendungen

> Ferrum phosphoricum C30

 

Fieber mässig hoch, um die 38°C

Langsames erscheinen der Symptome

Dunkelrot gefärbtes Gesicht

Kein Durst

Will allein sein, Ruhe haben

Kann die Augen kaum öffnen (Augenlieder schwer)

Muss häufig Wasser lösen

> Gelsenium C30

Im akuten Fall stündlich 5-10 Globuli im Mund zergehen lassen, möglichst 10 Minuten vor und nachher nichts essen oder trinken. Sobald eine Veränderung eintritt, Mitteleinnahme absetzten. Je akuter und dramatischer die Situation, desto häufiger wird das Mittel verabreicht. So empfiehlt sich bei einem Kind mit sehr hohem Fieber 5-10

Kügelchen im Wasser auflösen und schluckweise alle 10 Minuten einnehmen. Vor der Einnahme jeweils umrühren. Sobald sich eine Veränderung des Zustandes zeigt, nicht mehr einnehmen!

  • SCHÜSSLER SALZE INNERLICH

Folgende Schüssler-Salze werden innerlich gegen Fieber eingesetzt:

Nr. 3 Ferrum Phosphoricum

Nr. 5 Kalium Phosphoricum

Nr. 24 Arsenum jodatum

Anwendung: 3 bis 6 mal täglich 1/2 - 2 Tabletten je nach Alter und Körpergrösse. Tabletten einzeln einnehmen und langsam im Mund zergehen lassen.

  • SCHLAF UND RUHE

Schlaf und Ruhe ist und bleibt die beste Medizin. Bei Kindern kommt eine Krankheit meistens so schnell wie sie auch wieder geht. Die Kinder sollten nach einer überstanden Krankheit nicht sofort wieder in die Krippe, Spielgruppe oder Schule geschickt werden, sondern noch 1-2 Tage zu Hause

möglichst in Ruhe richtig fertig auskurieren. Das ist wichtig, damit kein Rezidiv erfolgt.

Warnsignale

Fieber über 40°C mit kühler Haut

Kopfschmerzen

starke Blässe

Bewusstlosigkeit

Delirium

Zucken

Nackensteife (Meningismus)

starke Schmerzen

Austrocknung

Vor allem wenn fiebernde Kinder schlecht trinken oder einen zusätzlichen Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen oder Durchfall haben, besteht die Gefahr der Austrocknung. Dies kann besonders bei Säuglingen und Kleinkindern rasch zu bedrohlichen Zuständen führen (manchmal innerhalb eines Tages). Trinkt das Kind nicht ausreichend und wird kein Einlauf gemacht, kann

Quellen

  • Der Mensch - Anatomie und Physiologie, Johann Schwegler, 2006Biologie Anatomie Physiologie, Nicole Menche (Hrsg.), 6. Auflage 2007, Elsevier Urban und Fischer

  • Naturheilkunde für Kinder - Ein Praxisbuch für Eltern, Therapeuten und Ärzte, Susanne Garvelmann und Susanne Alber-Jansohn - 2. Auflage 2014, AT Verlag

  • Grundlagen der Traditionellen Europäischen NaturheilkundeChristian Raimann, Christa Ganz, Friedemann Garvelmann, Heide-DoreBertschi-Stahl, Rosmarie Fehr-Streule, 2. Auflage 2013, Bacopa VerlagNaturheilpraxis heute - Lehrbuch und Atlas, Elvira BIerbach 4. Auflage, Urban Fischer Verlag

  • Schüssler Salze Hausapotheke, Eva Marbach emv Verlag

  • Omida Homöopathie für Kinder - Ratgeber für SelbstmedikationFabienne Gmür-Gigandet - Auflage von 2011

  • Die Kräuterkunde des Paracelsus - Therapie mit Heilpflanzen nach abendländischer Tradition, Olaf Rippe, Margret Mandejsky2. Auflage 2009 AT Verlag

  • Was macht unsere Kinder krank? Doc Film ORF2, Regie Bert Ehgartner

  • Welt.de 9.5.2011

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